Allianz MTV Stuttgart und SSC Palmberg Schwerin lieferten sich in der Frauen-Bundesliga ein Spiel, das erst im Tiebreak entschieden wurde. Stuttgart startete besser und gewann den ersten Satz mit 25:19. Effektive Blocks und erfolgreiche Angriffe von Krystal Rivers und Maria Segura gaben dem Tabellenführer früh Sicherheit.
Stuttgart setzt den ersten Impuls
Schwerin reagierte jedoch sofort. Der zweite Satz ging 25:22 an den SSC, der dritte mit 25:23 ebenfalls. Leana Grozer und Elles Dambrink führten die Aufholjagd an. Aus Stuttgarts frühem Vorteil war innerhalb von zwei Sätzen eine 1:2-Lage geworden.
Die Begegnung war damit früh in zwei Phasen geteilt. Stuttgart setzte den ersten Akzent, Schwerin antwortete mit zwei Satzgewinnen in Folge. Besonders das 25:23 im dritten Durchgang war knapp genug, um Stuttgart im Spiel zu halten, aber klar genug, um Schwerin die Führung zu geben. Aus Sicht des Tabellenführers blieb nur die Flucht nach vorn. Ein weiterer verlorener Satz hätte das Match beendet.
Schwerin dreht das Spiel und verpasst den Abschluss
Der dritte Satz zeigte, wie eng die Partie inzwischen war. Schwerin benötigte bis zum 25:23 die Schlussphase, um den Durchgang festzumachen. Damit lag der Druck im vierten Satz klar auf Stuttgart. Eine weitere kurze Schwäche hätte das Spiel beendet.
Stuttgart hielt dagegen. Der vierte Satz wurde erst mit 26:24 entschieden. Statt das Match aus der Hand zu geben, zwang der Tabellenführer Schwerin in den Tiebreak. Dieser Verlauf machte die Begegnung zu einem Test für die Nerven beider Teams, weil kaum noch Raum für längere Fehlerphasen blieb.
Der Tiebreak bleibt bis zum Ende offen
Auch im fünften Satz konnte sich keine Mannschaft früh entscheidend lösen. Stuttgart gewann schließlich 15:13 und damit das Spiel 3:2. Der knappe Abstand passte zum Verlauf. Schwerin hatte nach dem ersten Satz zwei Durchgänge gedreht, Stuttgart wiederum fand genau rechtzeitig zurück.
Die Punktzahlen erzählen nur einen Teil des Spiels
Elles Dambrink erzielte für Schwerin 30 Punkte und war damit die erfolgreichste Punktesammlerin der Partie. Krystal Rivers führte Stuttgart mit 22 Punkten an, Lucia Varela steuerte 17 bei. Die höheren Einzelwerte auf Schweriner Seite reichten nicht, weil Stuttgart die entscheidenden letzten Ballwechsel des vierten Satzes und des Tiebreaks für sich entschied.
Die Punktzahlen unterstreichen, dass Schwerin offensiv keineswegs schwächer war. Dambrinks 30 Punkte lagen deutlich über Rivers’ 22. Trotzdem gewann Stuttgart. Das zeigt, wie wenig ein einzelner Topwert über das gesamte Match entscheidet. Die Verteilung der entscheidenden Ballwechsel, die Stabilität im vierten Satz und zwei Punkte Vorsprung im Tiebreak waren in diesem Fall wichtiger als die höchste individuelle Ausbeute.
Dresden lässt Potsdam kaum Zeit zur Reaktion
Während Stuttgart und Schwerin über fünf Sätze gingen, machte der Dresdner SC seine Aufgabe gegen SC Potsdam deutlich schneller. Dresden gewann 3:0 mit 25:14, 25:17 und 25:22. Nach 61 Minuten war die Partie beendet.
Stamatia Kyparissi und Lorena Lorber Fijok erzielten jeweils 16 Punkte. Libera Patricia Nestler erhielt die MVP-Auszeichnung. Mit dem Sieg schob sich Dresden auf Rang zwei und lag danach punktgleich mit Stuttgart. Der Spieltag verband damit zwei völlig unterschiedliche Wege zu wichtigen Punkten. Stuttgart musste einen Fünfsatz-Krimi überstehen, Dresden kontrollierte sein Spiel in drei Durchgängen. Für die Spitze der Liga blieb beides gleich relevant.
Dresdens 3:0 hatte deshalb auch strategischen Wert. Während Stuttgart fünf Sätze spielen musste, erledigte Dresden die eigene Aufgabe in 61 Minuten. Der Ausgangsbericht liefert keine Belastungsdaten für die folgenden Tage, doch der Unterschied im Umfang der beiden Partien ist offensichtlich. In einer engen Tabellenlage konnte Dresden so mit demselben Spieltag sowohl Punkte als auch ein klares Ergebnis mitnehmen.
Für die Tabelle war Dresdens Sieg besonders wertvoll, weil Stuttgart trotz des 3:2 ebenfalls Punkte sammelte. Dresden konnte den Abstand deshalb nur durch den eigenen klaren Erfolg klein halten. Nach diesem Spieltag standen beide Teams punktgleich. Die Form der Siege war unterschiedlich, doch die Konsequenz identisch. Jeder weitere Ausrutscher konnte die Reihenfolge wieder verändern.